Montag, 6. Juni 2022

Kleines Urlaubsinseltagebuch: 1. Teil

Man, habe ich lange nichts mehr aufgeschrieben.

Also so am Stück, mit vielen Sätzen, die aus Gedanken entstehen und damit auch teilweise den Kopf verlassen können.

Sowas tut ja bekanntlich ganz gut, aber ich habe vergessen, wie das geht und es dauert auch immer so lange. Aber nun habe ich beschlossen, es wieder zu tun.

Vorweg muss ich allerdings zugeben, dass man hier einer kleinen Mogelpackung aufsitzt, wenn man die Überschriften und Titel so betrachtet.

Wer Auszüge aus einem Leben auf einer Insel, vorzugsweise Nordsee, mit ordentlichen Wellen und einer steifen Brise hier und da, mit Leuchttürmen und rostigen Schiffen erwartet,

wer sich auf einsame Berichte aus Ostfriesland oder gefährliche Geschichten aus dem Watt freut, der muss an dieser Stelle direkt enttäuscht werden:

Ich berichte bloß von meiner Insel. Vielleicht ist das Bild schon etwas ausgelutscht, aber meine Insel besteht lediglich aus Gedanken, Träumen, Ansichten, Erlebnissen, Wünschen und all den Innereien, die sonst nicht ans Tageslicht kommen.

Gegen echtes Inselleben hätte ich natürlich auch nichts einzuwenden, bzw. nicht viel:

Wenn man da so auf seinem Eiland sitzt, es mag auch eine Hallig sein, sieht man wenigstens immer, wer gerade zu Besuch (nerven) kommt. Da ist ja sonst nix. Kann gut sein, aber auch anstrengend, wenn man sich die Anreise eines ungeliebten Gastes so lange angucken muss.

Andererseits kann man sich jederzeit ans Wasser setzen, wenn es einem beliebt. Oder das Wasser kommt bis zur Tür und dann hat man auch schon wieder den Salat.

Ein großer Grund, warum ich dann doch nicht nur auf einer "einsamen" Insel leben möchte, besteht aber darin, dass man da so schlecht Auto fahren kann. Ich mag Autos und das wird uns in meinen Geschichten wahrscheinlich immer wieder begegnen. Zumindest, wenn ich so authentisch bleiben werde, wie ich es mir vorgenommen habe.

Dass ich jetzt wirklich in Wassernähe sitze und diese Zeilen aufschreibe, das mag ich sehr.

Noch vor 30 Minuten hatte ich gar keine Lust dazu und wollte recht demotiviert meinen Plan wieder verwerfen, in diesem URLAUB meinen Gedanken mal wieder Buchstaben zu verleihen.

Im Kopf formuliert sich nämlich vieles leichter, man muss manchmal über sich selbst schmunzeln oder jauchzt innerlich aufgrund toller Ideen. Da habe ich schon ganze Hollywoodfilme melancholisch zusammengedacht!

Aber Aufschreiben finde ich gar nicht mehr so einfach, obwohl ich das immer zu meinen Stärken gezählt habe. Der geregelte Alltag inkl. "8 to 5" hat mir einiges an Gedankenfreiheit geklaut, ist aber dennoch so wichtig, um irgendwann mal ans Meer auszuwandern. Oder so.

In Vorfreude darauf höre ich die Wellen durch das offene Fenster rauschen und sonne mich in spätabendlichen Junistrahlen, bevor ich mir verspreche, bald wieder hier zu sein - in meinen Gedanken.

Meeresgrüße!

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